Ihr erinnert Euch an den ersten Text über Männer mit meinem Pferdemädchen?
Hier geht die Geschichte weiter!Wir machen einen Zeitsprung – vielleicht 9 oder 10 Monate in die Beziehung.

( Moment! Vielleicht möchte der eine oder die andere den alten Text nochmal lesen: Wie überlebt MANN mit einem Pferdemädchen)

Du kennst sie und ihre Pferde inzwischen ziemlich gut.

Außerhalb der Pferdewelt (ich weiß, ich lehne mich hier extrem weit aus dem Fenster und die

Gelehrten streiten noch, ob „außerhalb der Pferdewelt“ überhaupt existiert)

hast du inzwischen ihre Familie und ihren Freundeskreis kennengelernt.

 

Hättest du doch bloß für jedes „Wie gehst du mit ihrem Hobby um“ 10 Cent bekommen…

 

Die Beziehung unterscheidet sich, von der permanenten Anwesenheit des Themas Pferd mal abgesehen (soviel zu „außerhalb der Pferdewelt“), nicht von anderen.

Ihr streitet, vertragt euch, streitet wieder. Es wird sehr viel gelacht, viel unternommen. Deine Freunde finden du machst zu viel mit ihr – ihre Freundinnen finden dich irgendwie komisch. Besonders anderen Pferdemädchen kommt es spanisch vor,

(Trense, Reitweise – ihr habt grad an alles Mögliche gedacht – nur nicht an die Sprache)

dass du so gut mit dem Hobby harmonierst.

 

Und hier möchte ich mal einen ersten Exkurs einschieben.

Neben „Wie gehst du mit dem Hobby um“ hätte ich auch gerne 10 Cent für jedes „Wenn mein Freund doch ein wenig mehr wäre wie du“ bekommen.

Die Aussage ist sogar doppelt unfair. Einerseits mir gegenüber, weil ich definitiv kein Maßstab sein möchte, für die Art und Weise, wie ein Partner mit dem Hobby seiner Partnerin umzugehen hat. Und andererseits eurem Partner gegenüber.

Niemand hört gerne, was ein anderer Kerl alles besser/anders macht. Nimm deinen Partner, wie er ist. Wenn du wirklich unzufrieden bist, sprich es an, aber bitte nicht mit dem Argument „Der macht es doch auch…“.

(Für alle Kerle, die bis hier hin mitgelesen haben: Sollten wir uns jemals begegnen, geht das erste Bier auf mich. Ich hoffe der Humor kommt an.)

 

Ende des Exkurses.

 

Du bist mit ihr am Stall.

Nach ausführlicher Erklärung und Monaten des Übens traut man dir inzwischen sogar zu, einfachste Stallaufgaben selbständig auszuführen.

(Wer sieht hier noch die Parallelen zu einer Ausbildung!?)

Die meiste Zeit dreht es sich aber darum, Dinge zu halten. Halfter, Eimer, Eskadron-Schabracken, Eskadron-Decken, Eskadron-Bandagen, Gerten, Helme, wenn du richtig gut bist sogar das Pferd höchst selbst.

Komm mir jetzt nicht mit „das zieht aber stark, und hören tut es auch nicht“. Wir hatten das Thema im ersten Text, wir sind Männer, wir stellen uns Herausforderungen. Ja, die Handbremse ist defekt, ja die Steuerung ist sehr indirekt, aber wir geben doch nicht zu, dass wir eigentlich keine Ahnung haben, wie mit dem großen Goldstück unserer besseren Hälfte richtig umzugehen ist. Einfach festhalten, einen unbeteiligten Gesichtsausdruck aufsetzen, eine Hand in die Hosentasche und hoffen, dass sie schnell wieder übernimmt.

 

Das alles geschieht im strahlenden Sonnenschein – falls vorhanden. Bei angenehmen 25 Grad – falls vorhanden.

 

Ein paar Praxistipps: Die Reithalle ist bei Regen prinzipiell belegt/gesperrt/zu voll. Es regnet genau dann am schlimmsten, wenn du die Regenjacke nicht dabei hast. Die Wege sind durch Regen immer dann am matschigsten, wenn du die guten Schuhe trägst. Es regnet noch länger, wenn es dich nervt.

 

Und du denkst jetzt: Aber bei Regen wird sie doch nicht auf den Platz wollen!?

 

Wird sie doch!!!

 

Tobt der Sturm dann doch so stark, dass die Gefahr besteht von einem Ast erschlagen zu werden, wird sie zum Ausgleich auf dem Heimweg noch in einem Reitladen vorbeischauen wollen. Immerhin braucht der Liebling (nicht du!), dem Wetter passend, noch eine neue Regendecke.

Wenn du Glück hast, ist der Laden klein und bietet umsonst Kaffee an.

Wenn du Pech hast, stehst du in einem Loesdau oder Krämer. Mein Beileid, die Gänge sind lang und es gibt viel Zeug, dass beschaut werden will. Garantiert findet sich nichts auch nur ansatzweise Interessantes für Männer, es sei denn du bist ein Hundenarr, dann hast du vielleicht das Glück einer kleinen Hundeabteilung.

 

Übrigens hilft die Aussage „Davon hast du schon 6 Stück“ GARNICHTS.

 

Bei der Auswahl, wovon man jetzt das 7. Stück kauft, gibt es unter Pferdemädchen unterschiedliche Typen.

Manche Pferdemädchen stehen auf Decken (sehr sperrig, sehr teuer), andere auf Schabracken (weniger sperrig, dafür nimmt sie dann halt gleich 2 mit) – aber fast alle finden die neue Kollektion von Eskadron TOTAL süß. JEDE neue Kollektion.

 

Der absolute Klassiker der Spontankauf-Artikel ist vermutlich das Halfter. Mit passendem Strick.

Der Strick ist das wirklich praktische dabei. Stricke sind am Stall ständig verschwunden. Je mehr Stricke SIE hat, desto kürzer musst DU suchen.

 

Sie ist inzwischen endlich an der Kasse angekommen, begrüßt die Verkäuferin mit Vornamen und bezahlt. Vergiss bloß nicht dem Praktikanten dafür zu danken, dass er dir vor 2 Stunden einen Hocker neben die Umkleiden gestellt hat.

 

Zuhause steht ein gemütlicher Abend auf der Couch auf dem Programm.

Du könntest jetzt ein paar wirklich gute Filme vorschlagen, Klassiker, mit Aktion, einer richtig fesselnden Handlung – sie wird definitiv einen Pferdefilm gucken wollen.

BlogPferdemädchen
Author: Georg

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    3 Responses

  1. Saskia says:

    Hallo Georg, hallo Lena 🙂

    Super geschrieben ich bin selbst so ein Pferdemädchen und habe einen Super verständnisvollen Freund an meiner Seite, denn einmal Pferdemädchen immer Pferdemädchen würde ich sagen . 😅 Das schönste ist das ihr es einfach so hin nehmt vor allem grad jetzt was vielleicht nicht für jeden selbstverständlich wäre – mein Pferd steht seit 18 Tagen in der Klinik (sobald das Thema Klinik aufkommt kommt auch der Nervenzusammenbruch ) und ich bin froh das mein Freund mich in dieser Zeit nervlich ausgehalten hat , denn auch wenn man nicht den ganzen Tag irgendwo sitzt und heult ist man ständig mit den Gedanken woanders. Dafür braucht’s keine Klinik da reicht auch ein Husten beim Pferd . Ich denke jedes Pferdemädel weiß ganz genau wie anstrengend man selbst sein kann denn wenn man ein Pferd hat muss man drauf vorbereitet sein auf all die schlimmen Dinge die jeden Tag sein könnten man hat nie Ruhe … Aber es überwiegen ja die schönen Tage. Wir wissen wie viel IHR mit macht und jeder kann stolz sein so einen Freund zu haben 🙂 liebe Grüsse und macht weiter so

  2. Alex says:

    Hallo Georg, hallo Lena,
    Meine Freundin hat mir gerade eure Website gezeigt. Ja, sie ist auch ein Pferdemädchen und ich bin fast jedes Mal im Stall dabei.
    Ich habe mir gerade genüsslich Georgs Erfahrungsbericht durchgelesen, einfach genial :). Ich lerne auch gerade die Pferdewelt kennen und ich finde Gefallen daran. Es ist total schön mal ein bisschen rauszukommen und die Natur zu genießen.
    Hab auch meinen ersten Ausritt hinter mir, meine Güte war ich dabei nervös. 🙂

    Wir sind in Hannover zuhause und werden wohl leider nicht einfach mal so auf ein Bier vorbeikommen können.
    Ich wollte einfach mal sagen das ich Georgs Erfahrungsbericht zu 100% teile und es ist schön zu wissen das es auch andere wie mich gibt.
    Grüße
    Alex

  3. Pingback: Eskiii - Alle halbe Jahre wieder - HelmHalfterHerz

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